Sekt und Brezel

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This article was written on 28 Feb 2013, and is filled under 10 Fragen an..., Allgemein.

Anna Kpok

 

Name: Anna Kpok

Beruf: Künstler*in und Wissenschaftler*in

Ausbildung: Studium in Bochum und Gießen

Mehr Infos findet ihr hier

Wie bist du zum Theater gekommen?

Das war 2009, und es ist irgendwie so passiert. Ich war an „Projekt: Mensch 2.0“ beteiligt, es war wie ein Erweckungserlebnis. Danach wollte ich nichts anderes mehr machen.

Was haben deine Eltern dazu gesagt?

Unterschiedliches. Sie stehen auf die Premierenparties und den ganzen Sekt. Sie stehen nicht so sehr auf die Miete, die sie mir immer noch zahlen müssen.

Was war deine Lieblingsinszenierung? / Mit wem hast du sie gesehen oder gemacht?

Schwierige Frage. Ich mag vieles, aber nicht alles, von Laurent Chetouane, She She Pop, Ivana Müller, Far a day Cage und Renee Pollesch. Ich bin aber auch ein großer Fan studentischer Arbeiten und Gruppen, so zum Beispiel das Freie Künstlerkollektiv Annette und Annette oder Orenda Fail. Meistens gehe ich mit meinem Kollegen und Partner Ki-yo ins Theater. Wir sind ein gutes Team.

Und was die schlimmste? Warst du wütend oder traurig?

Naja, so ein Extrem gibt es da auch nicht. Ich bin immer traurig, wenn ich den Eindruck habe, die Leute auf der Bühne werden nicht geschützt oder haben keine Souveränität gegenüber dem*der Regisseur*in, sondern sind dem Publikum bzw. den Vorstellungen anderer ausgeliefert. Bei „Kann ich deinen Diskurs mal in den Mund nehmen?“ von Malte Schlösser ging es mir sehr schlecht, ebenso bei Jerome Bells letzter Inszenierung, die bei der Ruhrtriennale lief. Da wurde das Ego des Künstlers einfach zu groß und das mag ich nicht.

Was liebst du am Theater? / Wo ist dein Lieblingsort im Theater?

Ich liebe die Live-Situation, ich liebe (und hasse) all diese Profilneurosen auf Beinen, die sich im Theater bewegen. Meine Lieblingsorte sind der Schnürboden, wenn es einen gibt, und der mittlere Platz in der letzten Reihe.

Und was geht gar nicht am Theater?

Probenkaffee, schmeckt immer beschissen. Laufende Profilneurosen. Publikum, das zum Lachen in den Keller geht. Naturalistisch/realistisch inszenierte Vergewaltigungsszenen. Hab ich noch nie verstanden, wofür das gut sein soll, außer dass es visuell das Leid der Opfer wiederholt.

Wenn du dir etwas fürs Theater wünschen könntest…?

Mehr Fame. Mich nervt, dass der schlechteste Film im Vorabendprogramm immer noch mehr Aufmerksamkeit bekommt als die beste Theaterinszenierung. Das ist einfach unfair. Kein Applaus für Scheiße, warum dann Quoten für Scheiße?

Was, wenn nicht Theater?

Ein kleines arthouse Kino leiten. Eine Jazzkneipe eröffnen. Auf einer Südseeinsel leben und Marihuana anbauen. Als Wissenschaftler*in arbeiten und ganz viel reisen. Mich langweilen.

Was wolltest du immer schon mal gern im Theater machen?

Fliegen!

Wie stehst du zu Getränken im Besucherraum?

Ihr meint im Publikum oder? Keine Meinung. Stört mich nicht, glaube ich.

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