Sekt und Brezel

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This article was written on 24 Mai 2013, and is filled under Allgemein.

Was wäre wenn…

… wir nicht Theater machen würden bzw. uns gegen das Theatermachen entscheiden würden?

Emese würde… in einem warmen und fernen Land an der Landstraße in der prallen Sonne einen Campingwagen als Bude betreiben und warme Cola an Touristen verkaufen. Oder sie würde… an der kanadischen Westküste ungarischen Langos verkaufen und drei Kinder und vier Hunde haben, deren Namen alphabetisch geordnet sind. Almos (Hund) Betyár (Hund) Cecilie (Kind) Dömötör (Kind) Elmar (Kind) Franz (Hund) und Ginger (ein roter Hund).

Lisa würde … nach Malente ziehen und als Reiseführerin auf den Spuren der „Mädels vom Immenhof“ arbeiten. Und endlich ungestraft den ganzen Tag. “So ein Pony das kann alles!“ singen. Oder sie würde… Meeresbiologin werden, auf der Rainbow Warrior III anheuern und gegen den Klimawandel kämpfen. You can’t sink a rainbow.

Oder Oder Oder….. Aber warum diese Frage? Ist sie nicht müßig? Hätte hätte Fahrradkette?

büroIm Mikrokosmos Theater gibt es Phasen, in denen es sich anfühlt, als gäbe es nichts wichtigeres auf der Welt als die kommende Premiere, die Druckfreigabe der Theaterzeitung, die Deadline für den Antrag beim Fonds Darstellende Künste oder wie verdammt noch mal die Bude beim nächsten Gastspiel vollzukriegen ist. Alles andere (z.B. Familie, Freundeskreis, das Weltgeschehen, gesunde Ernährung) wird  zweitrangig und kommt zu kurz. Die Frage nach Hobbies wird müde belächelt oder mit einem Schulterzucken beantwortet. Für so was sei keine Zeit und schließlich habe man sein Hobby zum Beruf gemacht…. Oh ha. Ein Hobby zum Beruf zu machen kann also zum permanenten fast Burn Out führen? Wie ungut… Gewiss geht es nicht nur in der Theaterwelt so zu und viele von euch, die kein Theater machen, kennen ebenfalls das Gefühl, dass nichts so wichtig zu sein scheint, wie der Job und dass Wunder was von dem Gelingen des nächsten Projekts abhängt. Wir wissen natürlich alle, dass das nur bedingt stimmt und dass es auf andere Dinge im Leben ankommt. Aber im Alltag ist das schwer in Kopf und Herz zu behalten. Um genau das zumindest hin und wieder hinzubekommen, haben wir die „Was wäre wenn…“ Frage für uns entdeckt! Und zwar genau nicht im Sinne von „Hätte ich mich doch da oder da anders entscheiden, dann wäre heute alles schöner!“ Sondern um

  1. mal wieder zu bemerken, dass es mal einen Punkt gab, an dem der Entschluss gefasst wurde dieses oder jenes zu tun. Und dass es gute Gründe dafür gab.
  2. die Erkenntnis aufzufrischen, dass es tatsächlich möglich wäre, etwas anderes zu machen. Dass die Welt nicht stillstehen würde, wenn ein anderer Weg eingeschlagen werden würde. (Dass heißt nämlich wiederum im Kleinen, dass im Job nicht alles zusammenbricht, wenn um 18 Uhr der Griffel fallengelassen wird und tatsächlich Feierabend ist! Auch im Kopf!)
  3. um mal wieder zu bemerken, dass das, womit die Tage gefüllt werden, eigentlich etwas tolles ist, was Spaß machen kann, wenn regelmäßig ein Päuschen eingelegt wird.

Weil auch wir dazu neigen uns im Mikrokosmos zu vergraben, rücken wir uns jetzt jeden Freitag das Köpfchen zurecht und phantasieren in einem oder zwei Sätzen darüber, was wir machen könnten, wenn wir uns gegen das Theater entscheiden würden. Aus den obigen drei Gründen. Und in Wahrheit vor allem, weil es so krass viel Spaß macht, dass Kopfkino einzuschalten! (Wenn mich in Zukunft jemand nach meinen Hobbies fragt, nenne ich das!) Wir freuen uns, wenn ihr mitmacht (!!!! ) in den Kommentaren oder per mail.

Und weil es so schön ist…

Emese würde… Experimentalfilmemacherin werden und damit experimentieren, ob Tiere sich einfach nur angucken lassen und volle Präsenz zeigen können, ohne eine Rolle zu spielen.

Lisa würde… Innenarchitektin werden und sich auf die 2 Branchen spezialisieren, die eine solche dringend nötig haben: Eisdielen und Fahrschulen.

 

Ein schönes Wochenende für euch alle!

Lisa

 

 

3 Comments

  1. Ruth
    24. Mai 2013

    Ich würde…
    * ein Fitnessstudio speziell für übergewichtige Kinder eröffnen und mich auf Jungs im Grundschulalter spezialisieren und den ganzen Tag mit denen anstrengende, schweißtreibende, aber saucoole Abenteuerspiele machen.
    * eine Job-Tausch-Börse entwickeln, damit nicht 1000e von Menschen jeden Tag oder jedes Wochenende durch die ganze Republik pendeln müssen, sondern jeder in seiner Stadt arbeiten kann und so viel mehr vom Leben hat.

  2. Ruth
    25. Mai 2013

    oder Eventmanagerin für traditionelle Bräuche wie Kroamstuten, Pingsterbrut o.ä., die bringe ich dann in die Stadt und mache allen schöne Feste.

  3. stefanie
    25. Mai 2013

    Ich würde
    – an die Nordsee ziehen ( vielleicht nach Schottland?), eine kleine Pension eröffnen, die netten Gäste bewirten und stundenlang am Strand spazieren gehen oder
    – mich mit der Frage beschäftigen, warum der „Stuhl“ „Stuhl“ heißt und nicht „Baum“ und andersrum.

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