Sekt und Brezel

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This article was written on 14 Jun 2013, and is filled under Allgemein.

Gastbeitrag! Was wäre wenn…

flaneursfotoHeute ist ein bisher ziemlich guter Tag! Ein sehr viel versprechendes , vollkommen freies Wochenende liegt vor mir, ich bin noch ganz beseelt von Anna Kpok und ihrem letzten Zombie und die Damen und Herren von dem Blog Les Flâneurs, den ich euch hier schonmal ans Herz gelegt habe, haben das Kopfkino angeschmissen und uns verraten, was sie tun würden, wenn sie nicht schreiben würden bzw. sich gegen das Schreiben entscheiden würden. Große große Freude!! Schaut unbedingt mal bei ihnen vorbei! Besondern die regelmäßige Besprechung des Tatorts ist sehr zu empfehlen… Ein paar Infos über Falk, Mark, Ninia, Kathrin, Johanna und die anderen Flâneure findet ihr nach einem Klick hier. Und jetzt viel Spaß!

Also: Was wäre wenn…:

Falk würde… womöglich Lehrer sein. Das Studium führte ja schon in diese Richtung, nur erschien ihm das Lehrerdasein damals unglaublich unattraktiv. Heute hingegen, mit etwas Abstand, denkt er manchmal: Ist doch eigentlich ein guter Job. Ein wichtiger Job.

Oder Falk hätte versucht, im künstlerischen Bereich den Fuß in die Tür zu bekommen. Er hätte wohl ein paar Projekte durchgezogen, als Dramaturg vielleicht, und nach einiger Zeit hätte er gemerkt, dass es künstlerisch bei ihm einfach nicht reicht. Womöglich hätte er das Ganze weiter durchgezogen, irgendwie mittelmäßig, aber nicht ohne Erfolg, und nach und nach wäre er immer unglücklicher geworden. Oder er hätte hingeschmissen, aber weil er die Kunst und die Künstler liebt, hätte er später irgendetwas im Kunstumfeld gesucht, er hätte vielleicht angefangen, journalistisch über Kunst zu schreiben. Er würde das machen, was er macht, nichts wäre anders.

Was Falk nicht machen würde: die ganz große, pathetische Alternative, die er sich manchmal wünscht. Aussteigen, weit weg gehen, sich das, was er zum Leben braucht, selbst anbauen. Ein anderes, besseres Leben führen, raus aus den Verwertungszusammenhängen. Für so etwas ist Falk zu schwach, aber vielleicht wäre es richtig.

 

Mark würde… heute nicht vor einem Windows-Rechner hocken und Texte hacken, sondern vor einem Mac Layouts basteln. Aber auch mit einem abgeschlossenen Designstudium in der Tasche wäre Mark vermutlich bei einem Verlag gelandet, der coole Zeitschriften oder tolle Bücher macht und dessen ungewisse Zukunft regelmäßig Nächte durchrüttelt. Am Ende hätte sich Marks Alltag also kaum unterschieden, auch seine Freizeitgestaltung wäre ähnlich. Er würde sein Blog nicht mit Texten, dafür aber mit kleinen Comics füllen. Und bei Les Flâneurs gäbe es witzige Karikaturen aller Autoren. Wäre sicher auch hübsch gewesen.

Was Mark nicht machen würde: morgens aufstehen und zum Job schlurfen, dort des Geldes wegen Dinge tun und auf die Uhr starren und warten, dass der Feierabend kommt, um dann endlich die Dinge zu tun, die einem Spaß machen. Spaß haben möchte Mark nämlich immer, auch bei der Arbeit.

 

Ninia würde… höchstwahrscheinlich trotzdem auf Bühnen stehen. Dann aber als Schauspielerin. Ohne Schreiben hätte sie sich vielleicht getraut, sich an den Schauspielenschulen zu bewerben. Oder sie würde heute als Stylistin arbeiten, weil sie das mit den Klamotten und dem Make-Up nämlich sehr gerne macht. Ninia würde vor allem viel mehr reisen. Denkt sie jedenfalls. Wahrscheinlich wäre es in Wirklichkeit gar nicht so, weil sie in den anderen Jobs genauso beschäftigt wäre, wie jetzt auch. Das macht aber auch nichts, weil sie Hummeln im Hintern hat und sowieso nie lange still sitzen kann. Vielleicht hätte sie sich das mit dem Gesangsstudium auch noch einmal intensiver überlegt, wenn nicht das Schreiben dazwischen gekommen wäre. Aber trällern kann sie ja auch ohne Theorie.

Was Ninia nicht machen würde: Möbelpackerin. Das wollte sie mal werden, als sie vier Jahre alt war. Dann erkannte sie aber bald, dass körperlich anstrengende Arbeit eher was für andere ist.

 

Kathrin würde… womöglich Psychologin sein und Mädchen coachen. Oder abgefahrene Dinge programmieren. Am besten beides gleichzeitig. Das sind aber Optionen, gegen die sie sich damals entschieden hat, weil das Festlegungen gewesen wären. Und festlegen wollte sich Kathrin nie. Da kam das Schreiben sehr gelegen, weil man sich da mit allen möglichen Dingen beschäftigen kann und sogar soll. Deshalb würde sie heute statt zu schreiben einfach Veranstalterin und Kuratorin sein und die spannendsten, interessantesten Denker, Künstler und Initiativen aufspüren und zusammenbringen. Tatsächlich ist sie neben dem Schreiben aber strategische Beraterin, und zwar aus denselben Gründen.

Was Kathrin nicht machen würde: einen langweiligen Job. Und Sozialarbeit, weil sie dafür viel zu sensibel ist und zu wenig Abstand nehmen könnte. Weshalb es ganz gut ist, dass das mit dem Psychologiestudium nichts wurde.

 

Johanna würde… Teil einer Indie-Grrrl-Band sein, eine mintfarbene Fender spielen und ab und an ein paar „Yeah Yeahs“ und „Uhhh Uhhhs“ ins Mikrofon singen. Weil sie nach sechs Jahren Gitarrenunterricht, die mittlerweile schon mehr als zwölf Jahre zurück liegen, immer noch nicht spielen kann, würde sie jetzt gerne einen Plattenladen aufmachen und einfach gute Musik von anderen verkaufen. Dort würde es tolle kleine Konzerte von unbekannten Singer/Songwritern geben und vielleicht auch ein paar Lesungen. Ninia LaGrande würde sie gerne in ihren Laden nach Frankfurt einladen, dazu gäbe es dann Cupcakes mit Batman drauf. Manchmal träumt Johanna aber auch einfach davon aufs Land zu ziehen und Minischweine zu züchten. Über all das schreiben würde sie wahrscheinlich trotzdem.

Was Johanna nicht machen würde: Was „Richtiges“. Also das, was Papa ihr immer geraten hat: „Kind, studier doch was Richtiges“. Damit meinte er natürlich etwas, mit dem man viel Geld verdienen kann. Bauingenieurwesen zum Beispiel, so wie er. Die Note im Mathe-Abi wird ihm klargemacht haben, dass das nicht hinhauen wird.

 

Für das tolle Logo von Les Flâneurs, dass ihr eingangs gesehen habt, gebührt der Credit Vera Pardall!

Vielen lieben Dank für den Einblick in eure Kopfkinos!

 

 

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