Sekt und Brezel

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This article was written on 12 Jun 2013, and is filled under Allgemein.

So genannter Blogwatch. Ordnung ist das halbe Leben…

… So lautet ein Spruch, den gewiss alle von euch schon mal gehört haben, vorzugsweise von Mutter oder Großmutter. Oder vielleicht sogar aus dem eigenen Mund, zu den eigenen Kindern. Als einen der Sprüche, die ihr niemals wiederholen wolltet. Er klingt auch wirklich schlimm spießig, trägt aber für mich ein Körnchen Wahrheit in sich: Schaffe ich in Ordnung in dem Zimmer, in dem ich mich aufhalte, ordnet sich gleichzeitig das Chaos in meinem Kopf. Das hat schon als Kind und etwas später auch als Adoleszente funktioniert und klappt bis heute. Der Unterschied zu damals ist: Ich hatte deutlich weniger aufzuräumen. Nur ein Kinderzimmer und einen Tornister. Und später nur zu viele bunte billige Handtaschen, ein Zimmer, in dem nun schwarz weiß Poster von Bob Marley an der Wand hingen, und die ein oder andere komplizierte Herzmenschen Angelegenheit. Wenn ich bedenke, was ich im Gegensatz dazu heute alles aufzuräumen habe (Jobgeschichten, Bürokratiekram, eine komplette Wohnung, inklusive Kinderzimmer, das nicht meins ist…),  damit mir das Kopfchaos nicht über selbigen wächst, kommt mir die Sortiererei von damals deutlich einfacher vor. Denn mit der Vermehrung meiner (Denk-)Räume, die Chaospotential haben, erhöhte sich gleichzeitig das Chaospotential im Kopf. Oder ist es eher umgekehrt?

IMG_0770Am letzten Wochenende habe ich Papierkram sortiert, den ich irgendwann mal irgendwie in Kisten gepackt habe, zu Zeiten von schwarz weißen Bob Marley Postern. Dabei habe ich festgestellt: Es war keineswegs alles leichter. Rückblickend, mit allem was ich jetzt weiß, okay. Aber zu der Zeit? Mitnichten. Welcher Schluss lässt sich daraus ziehen? Das es immer schwer und kompliziert ist, wird und bleibt? Der liegt zwar nahe, ist mir aber unsympathisch. Ich mag lieber den, der sich eines weiteren Omaspruchs bedient: „Du wächst mit deinen Aufgaben.“ Dieser Spruch will mir nämlich sagen, dass, wenn das Chaos zu gewinnen droht und ungeahnte Dimensionen annimmt, es gewiss ein weiteres Mal gelingen wird, die Ordnung im Kopf zurückzuerobern oder zumindest das Chaos in ein kreatives, produktives umzuwandeln. Es klappt nämlich immer. Kein Mensch weiß am Ende mehr wie, aber irgendwie funktionierts dann doch. Aber  darin  liegt  wiederum eine Gefahr. Die Gefahr sich immer mehr zuzumuten, immer mehr Chaos zu riskieren, ohne dabei aber den Gelassenheits-Modus auf „on“ zu stellen, sondern zuzulassen, dass die Werte auf der Panikskala nach oben schnellen. Mein liebster Omaspruch zur Zeit ist deshalb: „Morgen sieht alles schon ganz anders aus.“ Der legt nämlich zumindest schon mal den Finger auf den Gelassenheitsmodus Knopf. Nur drücken muss ich noch.

So. Interessant wo mich der „Ordnung ist das halbe Leben“ Spruch hingebracht hat. Er sollte mich und euch eigentlich etwas direkter zum sogenannten Blogwatch führen. (Im Sinne von: Ich bringe für euch Ordnung in die Meldungen). Aber der ein oder andere gedankliche Umweg ist ja auch mal ganz erfrischend. So hoffe ich zumindest. Und hier sind nun endlich die  Theatermeldungen. Bitteschön.

Theaterfestival Favoriten mit neuer Leitung

Die Favoriten sind so alt wie ich. Also ganz schön schon alt schon, das Theaterfestival ist damit sogar das älteste der freien Szene in Deutschland. 1985 fand es zum ersten Mal statt, damals hieß es noch Theaterzwang. Es hat sich seitdem zu einer bedeutenden Plattform für Künstler*innen aus Tanz, Theater und Tanztheater aus NRW gemausert. Ich muss allerdings gestehen, dass mir die letzten Programme nicht ganz so gut gefallen habe, weil viele ohnehin schon bekannte Gruppen eingeladen wurden, die teilweise nicht mal aus NRW kommen, sondern nur hier koproduziert haben. Sowas verärgert mich, weil so ein Festival eine Gelegenheit für noch unbekannte, junge Gruppen sein sollte, aus dem Schatten der schon Großen herauszuhüpfen. Deshalb setze ich Hoffnungen in die neue Leitung: Felizitas Kleine und Johanna-Yasirra Kluhs nehmen die Aufgabe gemeinsam in Angriff. Zur Zeit arbeitet Felizitas als Produktionsleitung für Stadtraumprojekte im Ringlokschuppen Mülheim und Johanna-Yasirra ist unter anderem in der Dramaturgie des Pumpenhauses Münster tätig. Sekt und Brezel sagt TOI TOI TOI, spukt insgesamt 12 Mal über 2 linke Schultern und freut sich sehr auf mehr Informationen zum Programm und auch schon jetzt auf die Favoriten 2014 vom 25. Oktober bis 1. November hier im schönen Dortmund.

Voten fürs Zeitzeug_ Festival

Zeitzeug_ ist ein studentisches Theaterfestival, das bereits seit 10 Jahren an der Ruhr-Uni-Bochum ausgerichtet wird, bisher unter dem Namen „megafon“. Unter dem Motto „Megamorphosen“ fällt Morgen der Startschuss für Zeitzeug_ 2013. Wir freuen uns!! Und bitten euch um folgendes: Klickt hier und votet für dieses außergewöhnliche Festival, dass dringend eine Finanzspritze gebrauchen kann, damit es auch in den nächsten Jahren besondere studentische Theaterarbeiten aus ganz Deutschland einladen kann, aber ausnahmsweise ohne permanent in akuter finanzieller Notlage zu stecken. Zeitzeug_ ist eine richtige Perle. Also: losgeklickt.

Jump and Run

Emese euch hier von den letzten Vorbereitungen und ich weise nochmal darauf hin, weil es eine Herzensangelegenheit ist: Unsere liebe gute Freundin Anna Kpok ist bei Zeitzeug_ dabei: „Anna Kpok und der letzte Zombie“ heißt das gute „Stück“, dass kein Stück ist, sondern euch dazu aufruft, die AnnaKpok Avatare durch das Labor eines verrückten Wissenschaftlers zu steuern. Ich bin wahnsinnig gespannt, habe ich doch auch noch bisher nichts von den Vorbereitungen gesehen, sondern nur gehört. Ich werde am Freitag mein bestes geben, um den kleinen liebenswerten Zombie zu retten. Seh ich dort jemanden von euch? Falls ja: Unbedingt feste Schuhe und warme Kleidung anziehen, der Veranstaltungsort ist ein Bunker ist ein Bunker! Anna Kpok ist sogar zweimal bei Zeitzeug_ vertreten… Alles zu „Wenn ich ein Vöglein wär“ findet ihr hier und das komplette Programm hier.

Kündigung des Berliner Ensembles

Das Berliner Ensemble (kurz BE) ist eins der wichtigeren und geschichtsträchtigeren Theater in Deutschland. Falls ihr noch nicht davon gehört habt: Bertolt Brecht kennt ihr bestimmt. Und der hats gegründet. Dieses Theater wird nun seit gefühlt immer von einem gewissen Claus Peymann geleitet. Und dieser Claus Peymann liegt (seit ebenfalls gefühlt immer) im Clinch mit dem Eigentümer des Theaters, dem Dramatiker Rolf Hochhuth. Der hat jetzt die Nase voll und hat die Kündigung des Mietvertrags an Herrn Wowereit geschickt. Denn die Stadt Berlin hängt in der Sache auch mit drin. Ganz schön kompliziert das Ganze, die verdächtig nach einem Hauch zu viel Eitelkeit oder zumindest Sturheit von sämtlichen Seiten riecht. Wenn Herr Hochhuth aber durchkommt mit seinem Vorhaben, dann wäre das BE heimatlos. Und das wäre weit mehr als eine Meldung wert. Für mehr Infos klickt hier, Nachtkritik.de weiß wie immer gut Bescheid!

Künstlersozialkasse in Gefahr

Die Künstlersozialkasse ist eine gute Einrichtung in Deutschland: Für alle Künstler*innen die es schaffen bei ihr Mitglied zu werden (das ist nicht grade leicht…) zahlt die KSK die Hälfte ihrer Beiträge für Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Nun ist die KSK aber in eine üble finanzielle Schieflage geraten. Hier erfahrt ihr mehr darüber.

Übrigens: Morgen gucke ich „Lilith. When the shit hits the fan“ im Schauspiel Dortmund und Emese hat sich schon Fragen für mich ausgedacht. Ich bin gespannt.

Lisa

 

 

 

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