Sekt und Brezel

Information

This article was written on 27 Feb 2013, and is filled under Allgemein.

Darlings to kill

„Kill your darlings.“ Dieser Satz fällt in nahezu jeder Theaterproduktion kurz vor der Premiere. Liebgewonnene Einfälle aus den ersten Proben, über die gemeinsam gelacht und gestaunt wurde, stellen sich als doch nicht lustig heraus oder stören den Fluss der Inszenierung oder es fehlt die Zeit, sie konsequent zu Ende zu proben. Dann müssen sie raus. Das erfordert Mut und ist immer ein ganz kleines bisschen schmerzhaft. Wenn auch nur kurz.

Hin und wieder ist es an der Zeit liebgewonnene Gewohnheiten zu überprüfen. Vielleicht machen sie in Wahrheit gar nicht mehr so viel Spaß, aber werden mitgeschleppt, weil ihre Ranzigkeit mit Gemütlichkeit verwechselt wird? Vielleicht ist es an der Zeit etwas neues zu proben, denken, lesen, gucken, essen, anzuziehen? Kill deine Darlings, lautet die Devise. Entscheide dich mal gegen Kino und für Theater. Für eine Performance und gegen den König der Löwen. Für eine klassische Inszenierung von „Kabale und Liebe“und gegen die super-duper Avantgarde. Für Fabian Hinrichs und gegen Bruce Willis. Für das Schauspielhaus, gegen das Multiplex Kino.  Das erfordert Mut und ist ein ganz kleines bisschen schmerzhaft. Aber nur kurz. Versprochen.

Wir haben ein paar ranzige Darlings zusammengestellt, die dringend aus dem Fenster geschmissen werden sollten. To be continued…

  • Freie Szene ist Kunstkacke.
  • Stadttheater ist spießig, konventionell und immer das gleiche Repräsentationszeug.
  • Theater ist langweilig.
  • Theater ist teuer.
  • Theater ist nur was für Intellektuelle.
  • Am Wochenende: Kino. Kneipe. Party. Museum. Couch.
  • Theater ist nur was für besondere Anlässe.

Schreibe einen Kommentar

Du musst diese Aufgabe lösen um einen Kommentar abgeben zu können: * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.