Sekt und Brezel

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This article was written on 11 Mrz 2013, and is filled under Allgemein.

das war der Samstag

IMG_9652 Mein Samstag Abend startete wie angekündigt in der Pizzeria Valentino & Grill am Schloss in Mülheim an der Ruhr. Die kleine Pommes für 1,50 € ist wirklich zu empfehlen. Es handelt sich hier um die eher länglichen, dünnen Pommes, gut frittiert und die Mayo – wie ich finde immer sehr wichtig – ist lecker! Das ganze wird in einer Keramik-Pommes-Schale serviert und macht satt. Leider ist der Imbiss dann doch nur ein Imbiss und bietet kein Ambiente zum langen Verweilen und auch keinen Platz. Mit drei Tischen, an denen man zu zweit gemütlich sitzen kann, und den zwei riesigen Kühlschränken ist der Innenbereich maximal vollgestellt. Die Suche in Mülheim an der Ruhr nach einem Ort, den wir schön und gut finden, ist also noch nicht abgeschlossen. Halb so wild, jetzt wissen wir zumindest wo es günstig viel leckere Pommes gibt.

Gesättigt machten wir uns auf dem Weg zu Boris Nikitins Universal Export. Ein Abend der sehr ruhig bleibt und mit klaren, aber raffinierten Bildern, mich immer wieder über meine eigene Wahrnehmung staunen lässt. Der Abend wird am 14. & 16.03. nochmal im FFT gezeigt, deswegen kriegt ihr hier keinen Handlungsabriss, sondern geht hin!! Es lohnt sich! Mich hat der Abend melancholisch gestimmt und nachdenklich gemacht. Ein guter Freund von mir, der mit mir dort gewesen ist, konnte das nicht wirklich nachvollziehen. Das beweist mir wieder, wie unterschiedliche Lebenssituationen, oder womit man sich gerade beschäftigt – die eigenen Fragestellungen eben- immer miteinfließen in die Art und Weise wie ich die Dinge, die um mich herum geschehen, wahrnehme und interpretiere. Universal Export stellt mitunter Entscheidungen vor, die gefällt werden (mussten) und die daraus folgenden Konsequenzen. Manche davon sind im Endeffekt viel weit reichender als es zunächst erahnbar war. Oder es ist eben doch garnichts danach passiert. So etwa ein Jahr vor dem Ende meines Studiums sind es genau diese Fragen nach Entscheidungen und Konsequenzen, die mich immer wieder heimsuchen, schlechte Laune und Angst machen. Aber auch meine Neugierde wecken und mich anspornen doch nochmal Neues auszuprobieren und mich selber nochmal in andere Richtungen neu auszutesten.

Schnur stracks sind wir danach nach Düsseldorf ins FFT gefahren und konnten noch die letzten anderthalb Stunden von der performativen Installation and on… gucken. Objektiv über Theater schreiben geht nicht und für mich bei and on… überhaupt nicht, da ich in die Produktion als Kostümbildnerin eingebunden war. Ich hatte das starke Gefühl, dass es eine sehr guter Durchlauf war und die Darsteller*innen den allgegenwärtigen Produktionsdruck des Theaters umwandeln, oder vielleicht sogar ganz austauschen, in verspieltes, mutiges Ausprobieren und auch mal den Mut haben NICHTS zu tun, wenn sie sich danach fühlen. Ein Experiment, definitiv, kann strapazierend sein, erschöpfend, für alle Darsteller*innen, Zuschauer*innen, Theaterbarbetreiber*innen und auch Hausmeister, aber auch positiv schöpfend. Zurück blieb ein gutes Gefühl. Es fühlt sich an als wär ein Optimismuskeim eingepflanzt worden. „Probier es doch auch mal so und trau dich, dich auszuruhen.“

Danach gab es noch ausreichend Alt Bier im Schaukelstühlchen. Und ich plädiere als Schluss mit dem wahren Satz des Kellners nochmal für das Ausprobieren von Alt Bier und Überwindung von klischee-Traditionen: „Wenn du Franzose bist, wirst du unseren Weißwein nicht mögen. Aber ich bringe dir gerne ein Alt.“

FotoPostkarte:Stephan Glagla/FotoAbendzettel:Donata Ettlin

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