Sekt und Brezel

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This article was written on 07 Mai 2013, and is filled under Allgemein.

Berlin! Berlin! Wir fahren nach Berlin! Nicht.

Theatertreffen Berlin 2013. Seit dem 3. Mai schaut die Theaterwelt Richtung deutsche Hauptstadt, wo bis zum 20. Mai die herausragensten Inszenierungen (also die, die die Jury dafür hält) der letzten Saison gezeigt und die allerbesten prämiert werden. Das ganze wird begleitet von einem umfassenden Rahmenprogramm und einer ordentlichen Portion Theaterprominenz.

Warum schlürfen wir dann nicht jetzt gerade in Berlin einen Sekt und mampfen eine überteuerte Foyerbrezel? Warum schmeißen wir uns nicht ins TT-Getümmel und nehmen mit was geht? Ist es für Theaterblogger*innen nicht ein Muss? So wie die Fashion Week für Moderblogger*innen unumgänglich ist? Ja, vielleicht ist das so. Aber: Dieses Bloglein ist nicht das einzige, was wir den lieben langen Tag so zu tun haben. Emese ist kurz davor ihren Master im Fach „Szenische Forschung“ in die Tasche zu stecken, aktiv bei unserer Freundin Anna Kpok dabei und bastelt an eigenen Projekten. Und ich bin Mama von einem wundertollen kleinen Mädchen und bald sogar von zweien. Unschwer zu erkennen: Um Sekt und Brezel regelmäßig zu füllen braucht es ganz schön viel Orga und hin und wieder sind einfach andere Dinge dringlicher. Das heißt, dass wir nicht über alles schreiben können, was uns interessiert, nicht immer mittendrin sein können und manchmal noch nicht mal das rekapitulieren können, was wir gesehen haben. Freie Abende sind nämlich auch was tolles.

Aber natürlich wäre ich gerne grade in Berlin, um Theatertreffenluft zu schnuppern und euch zu erzählen wie die so riecht. Zum Glück gibt es andere, die das für mich und für euch erledigen. Das Theatertreffen hat nämlich einen eigens eingerichteten Blog, dessen Autor*innen über das Geschehen berichten, es wird fleißig geschrieben und gezeichnet. Außerdem ist durch die Kommentarfunktion Platz für Diskussion. Die werde ich gleich noch nutzen, mir lässt dieser Beitrag nämlich keine Ruhe. Das Programm des TTs findet ihr übrigens hier. Und der Blog theater-nachtgedanken versorgt euch mit einem ausführlichen Bericht über die Eröffnung des TTs mit Michael Thalheimers Medea im speziellen und einigen Gedanken übers TT im grundsätzlichen.

Trotz TT steht auch der Rest der Theaterwelt nicht still. Es gibt auch noch jede Menge andere Orte, an denen ich gefühlt grade sein müsste, hätte sein müssen, werde gewesen sein müssen. (Die Bildung des Futur II ist in diesem Fall echt schwer. Anna! Bitte hilf mir!) Aber zum Glück kann ich noch mal sagen: Zum Glück:

Zur Premiere von HEDDA GABLER 

Nachtkritik.de, die Westfälischen Nachrichten, die WAZ und viele mehr haben sich die Premiere von Hedda Gabler bei den Ruhrfestspiele Recklinghausen angesehen. Die Inszenierung wird leider nur noch heute dort gezeigt. Die Möglichkeit sie zu sehen ist damit aber nicht dahin, denn die Arbeit ist eine Koproduktion mit dem Deutschen Theater Berlin und ab dem 15. Mai dort zu sehen. Auf nachtkritik. de findet ihr auch eine Rundschau von den Kritiken, die es online nicht gibt. (Die Kritik der FAZ las ich übrigens gestern zum Frühstück. Sie schließt mit dem unglaublichen Satz: „Der Name des Regisseurs tut nichts zur verlorenen Sache.“ Er heißt Stefan Pucher.)

Zum Wechsel VON NINA HOSS

Und wenn wir schon bei Hedda Gabler sind, sind wir in diesem Fall auch bei Nina Hoss. Die spielt nämlich meine Lieblingsfigur. Frau Hoss ist nicht nur im Theater unterwegs, sondern auch überaus erfolgreich in Film und Fernsehen. Meine erste Begegnung mit ihr war in Doris Dörries Film „Nackt“ in dem sie eine überdrehte gut betuchte und tief verzweifelte (Ehe-)frau spielte. Diesen Film habe ich sehr gern gehabt, waren doch alle meine Teenie Schauspiel Idole in ihm versammelt. Nina Hoss hat wohl von allen dort versammelten Schauspieler*innen zusätzlich zur Kinokarriere die größte Theaterkarriere hingelegt. Jahrelang war sie Ensemblemitglied des Deutschen Theaters, stand kurz vor der Unkündbarkeit. Jetzt wechselt sie zur Berliner Schaubühne! Das ist vielleicht nicht so brisant wie der Wechsel von Mario Götze zu diesem merkwürdigen rot weißen Verein, aber mir schon ein „O Ha!“ und der Frankfurter Rundschau ein Beitrag wert!

Zu den IMPULSEN

Über theaterderzeit.de erfahre ich: Das neue Programm des Festivals „Impulse“ ist raus!!! Vom 27. Juni bis 6. Juli werden in Bochum, Düsseldorf, Köln und  Mülheim an der Ruhr ganz besondere Arbeiten gezeigt, die jenseits des Stadt- und Staatstheaterbetriebs entstanden sind. Da bleiben wir dran und freuen uns drauf!


Zu dem 12-SPARTENHAUS

Was  passiert, wenn eine lang ersehnte Premiere ansteht, die geballte Ladung Theaterprominenz das Foyer bevölkert, der Prater der Volksbühne Berlin  vor Spannung bebt? In diesem Fall: Nichts. Die Türen blieben zu. Nach dreieinhalb Stunden wurden die Gäste nach Hause geschickt. Kein Witz. Das Deutschlandradio Kultur weiß mehr.

Zu den ZÜRCHER PROZESSEN

Beim morgendlichen Kaffee entdeckte ich heute in der FAZ, das Milo Rau wieder prozessiert hat. Wir haben euch hier schonmal von ihm und seinem Institute of Politcal Murder erzählt. Dieses Mal hat er sich am Theater Neumarkt die Zürcher „Zeitung“ Weltwoche vorgenommen.  Auf 3sat.de findet ihr ein Video dazu. Es ist zwar kurz, verschafft aber zumindest einen kleinen Eindruck von dem 18 Stunden Marathon, den Milo Rau und sein Team organisiert haben.

So. Nun fühle ich mich zwar immernoch abwesend, aber immerhin besser informiert. Ihr hoffentlich auch? Also besser informiert?

 

Lisa

 

 

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